Archiv der Kategorie: Reichsbahn

Eisenbahnungl├╝ck von Siegelsdorf (1928)

Bei einem Eisenbahnunfall nahe Siegelsdorf am frühen Morgen des 10.06.1928 entgleiste der Nachtschnellzug D 47 von München nach Dortmund .

BR 18 502 zog den 250 m langen und 510 t schweren D47 von M├╝nchen ins Rheinland.
Gegen 2:20 nachts passierte das Unglück durch zu hohe Geschwindigkeit (vermutlich fast 100 km/h) in der Gleisbaustelle. Bei den Bauarbeiten war  das Schild für die Geschwindigkeitsreduzierung entfernt worden.

Beim damaligen Stellwerk Siegelsdorf 2 waren bereits Funken einer Notbremsung zu sehen.
Das alles half nichts mehr. Die S3/6 entgleiste und st├╝rzte vom Bahndamm.
Ein Gro├čteil der Wagen entgleiste und einige st├╝rzten teilweise auf die Lok, die dadurch den hei├čen Dampf freisetzte, wodurch viele Menschen verletzt wurden.
Die Bergung der Verletzten dauerte bis zum Vormittag.
78 121 and 78 163 (beide vom Bw N├╝rnberg Hbf) bargen 18 502 aus dem Matsch.
Trotz der gro├čen Sch├Ąden wurde 18 502 aufgearbeitet und erst 1957 in Lindau au├čer Dienst gestellt / verschrottet.

 

(Quelle der Bilder: Feuerwehrmuseum N├╝rnberg)

Im Buch „Von Siegelsdorf nach Aitrang“ von H.J. Ritzau gibt es die ersten Anhaltspunkte zum Unfall vom 10.06.1928. Hubertus Gast hat 1930 in seinem Buch „Siegelsdorf, das gr├Âsste Eisenbahn-Ungl├╝ck Deutschlands vor Gericht“ detailliert Fakten zum damaligen Ungl├╝ck zusammengetragen.
Das einzige bekannte Exemplar steht in Leipzig in der Nationalbibliothek.

Anmerkung: Ein weiteres Exemplar ist in Privatbesitz aufgetaucht.

Zeitzeuge Johann Gerstung aus Siegelsdorf berichtete 2008 in einem Interview auf NORDBAYERN.de.